Kryptowährung – OneCoin

​OneCoin

​Die Kryptowährung OneCoin ging 2015 an den Start. Sie wurde von der Bulgarin Ruja Ignatova gegründet, die sich selbst gern als "Crypto Queen" bezeichnet.

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​"Finanzrevolution" oder Schneeballsystem?

​Die Vermarktung der OneCoins teilen sich zwei Firmen, die beide Ruja Ignatova gehören. Der Firmensitz der OneCoin Ltd. befindet sich in Dubai, die OneLife Network Ltd. hat sich im mittelamerikanischen Staat Belize angesiedelt.

Ruja Ignatova bezeichnet ihre Kryptowährung als eine "Finanzrevolution", durch die bereits zwei Jahre nach der Gründung ein "Milliarden-Euro-Unternehmen" mit über drei Millionen Kunden entstanden sei.

Aus Sicht von Marktbeobachtern und auch der deutschen Finanzaufsicht BaFin handelt es sich dagegen um ein Schneeballsystem und betrügerische Machenschaften. Der deutsche Geschäftspartner und Zahlungsabwickler von OneCoin war seit 2015 das Unternehmen International Marketing Services (IMS) in Greven.

Im April 2017 verhängte die deutsche Finanzaufsicht gegen diese Firma mit sofortiger Wirkung eine Kontensperre. Die Behörde gibt an, dass die IMS zwischen Dezember 2015 und Dezember 2016 rund 360 Millionen Euro von OneCoin-Anlegern angenommen hatte.

Zum Zeitpunkt der Sperre befanden sich noch 29 Millionen Euro auf den Firmenkonten. Zeitgleich erhielten die OneCoin-Firmen aus Dubai und Belize ein Geschäftsverbot für den deutschen Markt.

​Das Geschäftsmodell von OneCoin

​Die OneCoin Ltd. setzt auf das sogenannte Multi-Level-Marketing - also auf mehrstufige Vergütungsund Vertriebssysteme. Um ihre Angebote zu nutzen, müssen Kunden auf der Unternehmenswebseite einen Account eröffnen, Voraussetzung dafür ist die Einladung eines anderen Nutzers, der bereits Mitglied dieser Plattform ist.

Die erste Generation von Anlegern, die bereit waren, in OneCoins zu investieren, wurde über die Vergabe von Miningrechten angelockt. Heute besteht der Hauptgeschäftszweck des Unternehmens darin, Schulungsunterlagen für den Handel mit Kryptowährungen zu verkaufen.

Außerdem werden weltweite Geldtransfers und der Kauf von Miningrechten angeboten. Um Zugriff auf alle Unternehmensangebote zu erhalten, müssen Kunden einen Bewerbungsprozess durchlaufen. Danach dürfen und sollen sie als "Vertriebspartner" agieren.

​Die Schulungspakete gibt es im Wert zwischen 130 und 27.500 Euro. Jedes Paket enthält sogenannte Token - digitale Wertgutscheine, deren Käufer das Recht erwerben, am Mining der digitalen Münzen teilzunehmen.

Netzwerkteilnehmer, die weitere Kunden werben, erhalten als Provisionen dafür ebenfalls Token, mit denen sie das Mining von Coins in Auftrag geben können. Die Mining-Server des Unternehmens stehen dem Vernehmen nach in Bulgarien und Hongkong. Ob sie und damit die OneCoin-Blockchain wirklich existieren, ist allerdings eine offene Frage.

​Eigenen Angaben zufolge plant die OneCoin Ltd. einen Börsengang in Asien, der 2018 kommen soll. Hierfür soll eine Aktiengesellschaft gegründet werden, zu deren potentiellen Anteilseignern alle Besitzer von OneCoins zählen.

Sie erhalten die Möglichkeit, ihre Coins in sogenannte OFCs zu tauschen, die sie nach dem Börsengang berechtigen, die Aktien des Unternehmens zu erwerben. 

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​OneCoin-Transaktionen - nur über die Unternehmenswebseite

​Falls es eine OneCoin-Blockchain geben sollte, handelt es sich dabei um ein privates Netzwerk ohne öffentlichen Zugang. Hier liegt ein wesentlicher Unterschied zwischen dem OneCoin und Kryptowährungen wie Bitcoin, Ripple oder Ethereum.

Der Quellcode dieser digitalen Währungen ist ein Open-Source-Programm, das durch alle Netzwerkteilnehmer eingesehen und auf der Grundlage bestimmter Regeln weiterentwickelt werden kann. Transaktionen innerhalb des Netzwerks werden durch die Teilnehmer individuell getätigt.

OneCoin-Transaktionen können dagegen nur über die Unternehmenswebseite abgewickelt werden. [url=https://www.gruenderszene.de/allgemein/kryptowaehrung-bitcoin-investment-onecoin-swisscoin-giracoin]Die Kontrolle darüber liegt ausschließlich bei den Betreibern[/url].

​Mit OneCoins handeln oder bezahlen - Fehlanzeige

​Ein weiterer Unterschied zwischen den OneCoins und anderen Kryptowährungen besteht darin, dass sie derzeit nirgendwo gehandelt und als Zahlungsmittel verwendet werden können.

Für Bitcoin & Co. gibt es Krypto-Börsen und Exchanges, ebenso existiert ein Wechselkurs zu anderen Kryptowährungen und zu konventionellem Geld. Zum Teil werden sie auch außerhalb der Krypto-Welt als Zahlungsmittel akzeptiert. Vor allem der Bitcoin ist aktuell dabei, auch in dieser Hinsicht im Mainstream anzukommen. Für die OneCoins ist keine dieser Voraussetzungen gegeben.

​Ursprünglich betrieb die OneCoin Ltd. eine interne Handelsplattform namens xcoinx. Auf diesem Marktplatz konnten registrierte Mitglieder des Netzwerks ihre Coins in Euro tauschen. Die täglichen Verkaufslimits richteten sich nach dem Wert der zuvor erworbenen Schulungsunterlagen.

Besitzer eines günstigen Starterpakets [url=https://getgolden.de/onecoin-erfahrung/]hatten jedoch kaum Chancen, ihre OneCoins zu verkaufen[/url]. Im Januar 2017 wurde die xcoinx-Webseite wegen Wartungsarbeiten geschlossen, die laut Ankündigung der Firma lediglich 14 Tage dauern sollten.

Seitdem ist die einzige Möglichkeit, diese Kryptowährung zu verkaufen, weggefallen. Auf der Online-Plattform dealcatcher.com ist es möglich, Konsumgüter und Reisen zum Teil in OneCoins zu bezahlen. Angaben über die Betreiber finden sich auf der Seite nicht, jedoch werden die Internetpräsenzen der OneCoin-Firmen als "angeschlossene Websites" aufgeführt, was nahelegt, dass es sich dabei um einen unternehmenseigenen Marktplatz handelt.

​Da diese digitale Währung an den Krypto-Börsen nicht gehandelt wird, gibt es natürlich auch keinen nachvollziehbaren OneCoin Kurs. Das Unternehmen selbst betrachtet seine Coins allerdings als die zweitgrößte Kryptowährung nach dem Bitcoin.

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